Ev. Kirchenkreis Hofgeismar-Wolfhagen
Ihre evangelische Kirche in Hessens Norden

Zum Weiterdenken

Auf dieser Seite stellen wir Ihnen die Texte zur Verfügung, die - zumeist - aus der Mitte unseres Kirchenkreises für die Hofgeismarer Allgemeine und die Wolfhager Allgemeine erstellt werden - zum Nachlesen, Nachdenken und Weiterdenken.

16. Januar

Wort zum Sonntag:
,,schaut hin"

Von Pfarrerin Ute Engel

Ute Engel ist Koordinatorin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck für den Ökumenischen Kirchentag.

„Gefällt Ihnen, was Sie sehen?“ Jedesmal, wenn ich den Computer aufklappe, erscheint ein Landschaftsbild und diese Frage. „Gefällt Ihnen, was Sie sehen?“ Wie ist es, wenn ich dieses neue Jahr „aufklappe“? Es liegt vor mir, ungelebt und offen, besetzt mit Hoffnungen und Befürchtungen. Gefällt mir, was ich sehe? Gefällt Ihnen, was Sie sehen? Es gab lange kein Jahr, das mit so vielen Sorgen und Befürchtungen belastet war, wie das, was gerade angefangen hat.

In der biblischen Geschichte von der Speisung der 5000 gefällt den Freunden Jesu überhaupt nicht, was sie sehen: Eine große Menge Menschen hat den ganzen Tag zugehört und diskutiert und braucht jetzt etwas zu Essen. Wie sollen die alle satt werden? Jesus schickt sie nachsehen: „schaut hin“, „geht und seht nach, was wir haben“. Sie sehen nach und finden fünf Brote und zwei Fische. Der erste Blick gilt also dem, was schon da ist. Dafür sagt Jesus „Danke“. Der zweite Blick zeigt dann: Fünf Brote und zwei Fische sind lange nicht genug für so viele. Die Geschichte erzählt ein Wunder: Von dem Wenigen werden mit Gottes Hilfe alle satt.

„schaut hin“ ist das Leitwort des 3. Ökumenischen Kirchentages in Frankfurt, der digital und dezentral gefeiert werden wird. Das Jahr 2021 – und auch der Ökumenische Kirchentag – wird nicht „normal“, nicht so, wie wir erwartet, erhofft und erträumt haben. Alles wird anders sein, als wir es „gewohnt“ sind. „schaut hin“ – lassen Sie uns auf dieses Jahr schauen mit allen Sorgen und Befürchtungen und Hoffnungen und dabei zuallererst sehen: was gibt es denn schon? Vielleicht geschieht ein Wunder und wir werden - mit Gottes Hilfe und ganz anders als gedacht – alle satt.

9. Januar

Wort zum Sonntag:
Wir sind Gottes Kinder

Von Pfarrerin Johanna Fischer

Johanna Fischer ist Pfarrerin im evangelischen Kirchspiel Ehrsten.

Wir befinden uns im Lockdown. Um die Zahlen endlich zu senken, sind die Maßnahmen nochmal strenger geworden. Das ist nicht unumstritten, aber mir persönlich leuchtet es ein. Jetzt nochmal zusammenreißen und Infektionsketten unterbrechen, um dann wieder aufzuatmen. Man darf sich als Haushalt nur noch mit einer Person treffen. Die Schulen bleiben zu, in den Kitas wird eine Minimalbetreuung angeboten für alle, die es nicht anders schaffen.

Es ist schwer das zu entscheiden. Bekommen wir die Betreuung als Familie neben der Arbeit hin?Wie kann man dabei allen gerecht werden?

Ich bin ehrlich: Kann man nicht. Es geht über unsere Kräfte, man muss Abstriche machen. Wir leben in einer Ausnahmesituation. Und es zieht sich inzwischen schon lange. Die Nerven sind keine Drahtseile mehr, sondern liegen blank. Die der Eltern, aber auch die Kinder merken das.

Sorgen Sie für sich und Ihre Lieben. Jeder kann jetzt ein gutes Wort, eine liebe Geste gebrauchen. Sprechen Sie ab, wer wann wieviel Verantwortung tragen kann. Und beten Sie füreinander. Erinnern Sie sich daran, dass Sie getauft und damit Gottes Kinder sind. Und fragen Sie sich, von welchem Geist Sie sich treiben lassen wollen. "Welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder." (Römerbrief 8,14)

Glaubenssache:
Ein neues Jahr

Von Pfarrer Gerd Bechtel

Gerd Bechtel ist landeskirchlicher Pfarrer im Stadtkirchenkreis Kassel.

Das mit den guten Vorsätzen für’s neue Jahr ist einerseits schon amüsant. Ich kann mir doch zu jeder Zeit vornehmen, mein Leben ein bisschen besser zu machen. Warum also bis zum Jahreswechsel warten? Andererseits wohnt jedem Anfang ein Zauber inne, wie Hermann Hesse so schön formulierte. Und das gilt für ein neues Jahr in besonderer Weise, vergleichbar – wie bei mir in diesen Tagen – mit einem neuen Lebensjahr.

Man kommt aus dem alten und den zunehmend vielen Jahren davor, nimmt sich einen Moment Zeit zurückzublicken auf das, was gewesen ist. Was habe ich erlebt, genossen und vielleicht auch erlitten? Was habe ich selbst geschafft, was wurde mir geschenkt? Ist mir etwas nicht gelungen, habe ich vielleicht auch mal so richtig „Mist gebaut“ oder bin falsch abgebogen? Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr kommt mir in den Sinn: So viel Schönes und Gutes - und nur manches, was ich lieber vergessen hätte. So ein Rückblick hat etwas von Wertschätzung des eigenen Lebensweges. Und er macht einmal mehr deutlich, wie wertvoll unsere begrenzte Lebenszeit ist, die wir in Kalender- und Lebensjahren zählen.

Wenn ich dann das neue Jahr in den Blick nehme, liegt es vor mir wie ein mit frischem Schnee bedecktes weites Land, noch ganz weiß und unberührt. Da hinein will ich die ersten Schritte sehr bewusst gehen und eine gute Spur hinterlassen. Und dabei ist der eine oder andere gute Vorsatz vielleicht doch ganz hilfreich.

Mir hilft dabei, dass ich mich von Gott begleitet fühle in meinem Leben. Das macht die Schritte so viel leichter. Ihn bitte ich, mich weiter zu leiten in ein gutes und gesegnetes neues Jahr. Und das erbitte ich auch für Sie, liebe Leserin und lieber Leser. Das erbitte ich für unser Land und unsere Welt.


5. Januar

"Seht die Vögel des Himmels an"

Von Pfarrer in Ruhe Konrad Hammann

"Sorget euch nicht – sehet die Vögel des Himmels an…!" Ein Wort Jesu, das mir in diesen Corona-Tagen hilfreich wurde:

Es war einige Tage vor Weihnachten. Ich beobachtete vom Fenster aus in unserem Garten unsere Amsel. Sie pickte intensiv auf etwas Gelbes ein. Bei genauerem Hinsehen erkannte ich:  Es war ein Apfel, den sie da bearbeitete. Aber nicht irgendein Apfel, sondern der eine Apfel, den unser kleines  Bäumchen in diesem Jahr getragen hat.

Für uns ist es ein ganz besonderes Bäumchen. Wir haben es, als wir vor fünf Jahren noch einmal heirateten, im Gedenken an Luthers Wort vom Apfelbäumchen ("... und wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge ...“) uns von unseren Freunden schenken lassen, es dann in unseren Garten gepflanzt und liebevoll umsorgt. In trockenen Zeiten hat es meine Frau gegossen. Im vorigen Sommer hat es dann zum ersten Mal getragen: Fünf herrliche Cox Orange.

Aber in diesem Sommer gab es nur einen Apfel und der wurde, weil er verkrüppelt war, nicht geerntet. Doch der Amsel machte das nichts. Ihr schmeckte er auch nach acht Wochen Lagerung im Gras. Wir überlegten: Ist es ihr täglicher Nachtisch? Da es in unserer Nähe kein Fallobst gibt, bringen wir ihr von unseren Spaziergängen Äpfel mit.

 Wie es mit unserer kleinen neuen Freundschaft weiter geht? Nun, im Augenblick freuen wir uns an diesen Möglichkeiten, die Gottes Schöpfung  darbietet und hoffen auf bessere Zeiten, wenn die guten alten Freunde wieder ins Haus dürfen.

Konrad Hammann ist Pfarrer im Ruhestand und hatte seine letzte Pfarrstelle in Helmarshausen.


2. Januar

Glaubenssache:
Seid barmherzig!

Von Pfarrer Stefan Kratzke

Stefan Kratzke ist Pfarrer für die Ev. Kirchengemeinde Balhorn-Altenstädt.

Wir blicken zurück auf ein Jahr, in dem sehr vieles anders war als gewohnt. Was hatten wir zu Beginn des Jahres 2020 alles geplant, uns vorgenommen? Und was ist aus unseren Vorsätzen und Plänen geworden? Vieles kam anders. Wir mussten flexibel sein, umdenken, neue Wege gehen. Dabei besondere Rücksicht nehmen auf Menschen, die gefährdet sind. Viele Entscheidungen mit großer Tragweite mussten oft sehr schnell getroffen werden. Von Menschen, die Verantwortung tragen. In Politik, Wirtschaft, Gesundheitswesen, Bildungs­einrichtungen, Vereinen, Kirchen, Familien …

Ich denke, den meisten ist das nicht leicht gefallen. Jeder Entscheidung gingen vermut­lich Gespräche, Diskussionen, Sitzungen, Überlegungen, vielleicht auch schlaflose Nächte voraus. Danach stehen die Verantwortlichen dann im Kreuzfeuer der Kritik, der Anders­denkenden, der Querdenker, der politischen Gegner. Es hagelt Verurteilungen und Unter­stellungen.

„Seid barmherzig, wie auch euer (himmlischer) Vater barmherzig ist“, sagt Jesus im Lukasevangelium (6,36). Er bittet uns, nicht mitzumachen beim Schlechtreden, Unterstellen, Verurteilen. Seid barmherzig, weil Gott barmherzig ist. Alle Barmherzigkeit hat ihren Ursprung in Gott. Gott nimmt uns an so wie wir sind – auch mit unseren Schwächen und Fehlern. Er ist sogar „gütig gegen die Undankbaren und Bösen“ (Lukasevangelium 6,35), setzt Jesus noch einen drauf.

Wenn Gott barmherzig mit euch ist, dann seid es bitte auch mit euren Mitmenschen. Lernt Barmherzigkeit. Werdet barmherzig. Richtet nicht. Verdammt nicht. Vergebt. So Jesus weiter. In kleinerer Münze könnte das bedeuten: die Unzulänglichkeiten der Anderen anneh­men; ihre Fehler nicht zum eigenen Vorteil ausschlachten, sondern helfen, daraus zu lernen; sich eingestehen, dass wir selbst auch nicht ohne Fehler sind; anderen vergeben und nicht übersehen, dass wir alle auf Vergebung angewiesen sind. Immer wieder.

„Werdet barmherzig, wie auch euer (himmlischer) Vater barmherzig ist. – Mit dieser Jahreslosung gehen wir durch das Jahr 2021 und lernen hoffentlich in kleinen Schritten Barmherzigkeit.


Video- und Onlinegottesdienste zum Jahreswechsel

Gottesdienst zum Jahreswechsel aus Hofgeismar mit Dekan Wolfgang Heinicke


Re-Live des Gottesdiensts zum Jahreswechsel aus dem Kirchenbezirk Wilhelmsthal-Liebenau, Ev. Kirche Westuffeln

Gottesdienst zum Jahreswechsel aus Dörnberg


Neujahrsgruß aus der Nachbarschaft Oberes Warmetal


      





 

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